Giftige Schwermetalle in Schmuck, Schadstoffe in Baby-Spieltüchern, zu heiße Ladegeräte: Die Stiftung Warentest hat 162 Produkte von Drittanbietern untersucht, die eine der beiden chinesischen Online-Marktplätze Temu und Shein als Verkaufsplattform nutzen. 110 davon entsprachen nicht den EU-Standards .
„Bei vielen beliebten Produkten auf Temu und Shein haben wir zum Teil schwerwiegende Mängel festgestellt. Diese vermeintlichen Schnäppchen sind bisweilen giftig, brandgefährlich und erfüllen geltende EU-Sicherheitsstandards nicht”, sagt Dr. Florian Ostermann, Experte bei der Stiftung Warentest. „Wir raten Käufern, die betroffenen Produkte zu entsorgen und gut abzuwägen, welche Produkte sie auf Temu oder Shein bestellen.”
Bei zwei Halsketten des Unternehmens Shein wurde ein überhöhtes Cadmium-Aufkommen festgestellt. Die Anhänger der Ketten überschritten den zulässigen Grenzwert um das 8500-Fache. Gemäß den Bestimmungen der Europäischen Union ist ein Cadmiumgehalt von maximal 0,01 Prozent erlaubt. Die Analyse ergab jedoch, dass die beiden Ketten mehr als 85 Prozent Cadmium enthielten. Cadmium ist als krebserzeugend eingestuft und kann Knochen- und Nierenschäden verursachen. Der Rat des Experten: „Die mit Cadmium belasteten Ketten unbedingt entsorgen. Giftige Schadstoffe gehören nicht in den Hausmüll, sondern müssen zu einer Schadstoffsammelstelle gebracht werden”, sagt Florian Ostermann.
Bei einer Untersuchung von Baby-Spielzeug wurden ebenfalls gravierende Mängel festgestellt. Bei einer Überprüfung der bunten Stofftücher wurde eine zu hohe Konzentration des Schadstoffs Formaldehyd gefunden. Dieser Stoff kann Kontaktallergien verursachen. Quietschbälle für Kinder waren lauter als erlaubt. Eine Vielzahl weiterer Produkte erfüllte die Anforderungen nicht, da entweder Warnhinweise fehlten oder diese irreführend waren.
Bei der Untersuchung wurden zudem fast alle getesteten USB-Ladegeräte als nicht sicher eingestuft. Beim Laden kam es bei zahlreichen Produkten zu einer übermäßigen Erhitzung auf bis zu 88 Grad Celsius. Gemäß den geltenden EU-Richtlinien ist ein Grenzwert von maximal 77 Grad erlaubt. Starke Hitze kann zum Beispiel das Kunststoffgehäuse des Ladegeräts verformen, die elektronische Isolierung im Inneren beschädigen und im schlimmsten Fall zu einem Brand führen.
Die Stiftung Warentest hat eine Warnliste veröffentlicht. Darauf sehen Verbraucher anhand der Artikelnummern, ob sie bei Temu oder Shein eines der unsicheren Produkte aus dem Test erworben haben. Wird der entsprechende Artikel aufgeführt, sollte er umgehend entsorgt werden.
Im Test wurden 54 Halsketten, 54 USB-Ladegeräte und 54 Spielzeuge für Kinder unter drei Jahren untersucht. Die Stiftung Warentest führte gemeinsam mit Verbraucherorganisationen aus Dänemark und Belgien eine Überprüfung der Produkte auf die Einhaltung der EU-Sicherheitsanforderungen durch und erwarb sie ausschließlich bei Drittverkäufern auf Temu und Shein – zwei großen Online-Marktplätzen, die sich auf den Direktverkauf von Waren aus dem EU-Ausland spezialisiert haben.
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