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Nachhaltige Waldwirtschaft und öffentliche Beschaffung

Den Auftakt bildete ein PEFC-Beschaffer-Webinar am 15. September, an dem Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen und sonstigen Beschaffungsstellen sowie allgemein an nachhaltiger Beschaffung Interessierte teilnahmen. PEFC-Geschäftsführer Dirk Teegelbekkers eröffnete das Webinar mit Informationen zu PEFC, der nachhaltigen Waldbewirtschaftung im Allgemeinen sowie der Rolle der PEFC-Produktkettenzertifizierung. Die Veranstaltung zielte darauf ab, den Teilnehmenden Orientierungshilfe und praktische Ansätze beim Implementieren von Beschaffungsprozessen zu vermitteln. Dies gelang in drei Vorträgen mit Praxisbeispielen:

  • Monika Missalla-Steinmann, Nachhaltigkeitsexpertin für Strategien und Konzepte des öffentlichen Sektors, Unternehmen und Verbände, zeigte Grundlagen und Handlungsspielräume sowie Hürden und Lösungsansätze in der nachhaltigen Beschaffung auf.
  • Simon Siedlaczek, Koordinator Kommunaler Entwicklungspolitik der Stadt Remscheid, gab Einblicke in die Beschaffungsrealität einer Kommune.
  • Tanja Haas-Lensing, Mitglied der Geschäftsleitung, Haas GmbH & Co. Beteiligungs KG, stellte ein Vergabeverfahren aus der Sicht eines PEFC-zertifizierten Unternehmens vor.

PEFC-Siegel unterstützt nachhaltige öffentliche Beschaffung von Holz, Papier, Textilien und Büromaterial in Kommunen und Unternehmen.
Bei der nachhaltigen Beschaffung von Büromaterialien gibt das PEFC-Siegel Sicherheit.
Bild: PEFC


PEFC-Best-Practice-Dialog: „Was haben Papier, Büromöbel oder Textilien gemeinsam?“
Bei der diesjährigen Beschaffungskonferenz in Berlin gingen Dirk Teegelbekkers (PEFC), Dr. Denny Ohnesorge vom Deutschen Holzwirtschaftsrat (DHWR/HDH) sowie Marc Oelker (SIKHolzgestaltungs GmbH) unter Leitung von Monika Missalla-Steinmann der Frage nach, wie das internationale Zertifizierungssystem PEFC beim öffentlichen Einkauf von holzbasierten Produkten noch stärker Berücksichtigung finden kann. PEFC hat Standards für nachhaltige Waldbewirtschaftung entwickelt, die transparent und vergaberechtlich anerkannt sind. Sie gelten für Anbau, Handel und Endprodukte. Damit können öffentliche (sowie private) Konsumenten sicher sein, dass das angebotene Holz(-produkt) aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammt.

„In Deutschland haben wir sehr hohe gesetzliche Standards an die nachhaltige Waldbewirtschaftung. Viele Waldbesitzer lassen sich zertifizieren, dass sie darüber hinaus zusätzliche strenge Nachhaltigkeitsstandards wie beispielsweise von PEFC in der Waldbewirtschaftung einhalten“, betonte Ohnesorge in seinen Ausführungen. „Wenn die öffentliche Hand hier vorbildlich beschaffen will, ist sie mit dem PEFC-Siegel gut beraten,“ so der Geschäftsführer des DHWR weiter. „Erzeugnisse aus der (heimischen) Land- und Forstwirtschaft bieten eine Alternative zu vielen herkömmlichen und oft erdölbasierten Produkten“, stellte Marc Oelker fest, der bei seinem Angebot für die Gestaltung von Spielplätzen und Parkanlagen auf die heimische und widerstandsfähige Robinie setzt. Bedauerlich sei, dass nur wenige öffentliche Ausschreibungen Nachhaltigkeitskriterien beziehungsweise die Vorlage eines PEFC-Zertifikates fordern, so Oelker weiter.

Diese Aussage deckt sich mit den Ergebnissen der letzten Vergabestatistik. Danach wurden lediglich bei rund zwölf Prozent der Ausschreibungen Nachhaltigkeitskriterien gefordert. Diese Zahl dürfte in der Realität noch geringer sein, da von 30.000 Vergabestellen in Deutschland nur knapp 6000 eine Meldung für die amtliche Statistik abgegeben haben.

PEFC-Best-Practice-Dialog zur nachhaltigen Waldwirtschaft
PEFC-Best-Practice-Dialog gibt Orientierung für umweltfreundliche Vergaben.
Bilder: Simone M. Neumann


PEFC-Best-Practice-Dialog zur nachhaltigen Waldwirtschaft
Praxisbeispiele aus Wirtschaft und Verwaltung beim PEFC-Dialog.
Bilder: Simone M. Neumann


Dirk Teegelbekkers hob hervor, dass es erfreulicherweise seit der Festlegung des Bundes vor über 15 Jahren, Holz aus nachhaltigen Quellen zu beschaffen, inzwischen etliche Grundsatzbeschlüsse von Bundesländern und Kommunen gibt, die sich ebenfalls zu einer Beschaffung von nachhaltigen und zertifizierten Holzprodukten verpflichtet haben und so für den Einkauf von Papier, Büromöbeln und Baustoffen sowie neuerdings auch Textilien aus Viskose/Tencel die Richtung vorgeben. „Das erleichtert Vergabeverantwortlichen die Arbeit, denn sie können bereits in der Leistungsbeschreibung die Vorlage eines PEFC-Zertifikates fordern. Damit kann der öffentliche Sektor wichtige Impulse für den privaten Konsum, die entsprechenden Branchen sowie zum Schutz unserer Umwelt setzen“, so Teegelbekkers weiter. Denny Ohnesorge sah die Entwicklung der Holzverwendung insgesamt positiv.

„Aber“, so Ohnesorge, „wir sind noch lange nicht da, wo wir hinwollen. Auch der öffentliche Sektor könnte beim Bauen oder anderen Holzprodukten stärker auf Holz und damit auf die klimafreundliche Beschaffung setzen.“ Zertifikate wie PEFC würden sicherstellen, dass die vielfältigen Leistungen des Ökosystems Wald langfristig erhalten bleiben, da war man sich einig. PEFC bietet zu diesem Thema einen Leitfaden an, der auf der Website unter dem Link www.pefc.de/beschaffung heruntergeladen werden kann.

www.pefc.de

Netzwerkinitiative gestartet

Um die Berücksichtigung von PEFC in der öffentlichen Beschaffung weiter voranzutreiben, startet PEFC eine Netzwerkinitiative. Interessierte können sich zwanglos in einem Netzwerk zusammenschließen und in den Austausch treten.

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