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Kreislaufwirtschaft statt einfach nur Recycling

Nachhaltigkeit ist ein Begriff, der seit Jahren Konjunktur hat – und inzwischen auch häufig überstrapaziert wirkt. Bei Lexmark, das jetzt Teil von Xerox ist, verweist man jedoch auf einen Ansatz, der seit Jahrzehnten konsequent verfolgt werde: „Wir denken Nachhaltigkeit ganzheitlich und haben uns der Kreislaufwirtschaft verpflichtet – und das seit Anbeginn unseres Unternehmens, also seit 34 Jahren“, sagt Michael Lang, Geschäftsführer von Lexmark Deutschland. „Die Tatsache, dass 99 Prozent der Lexmark-Geräte mit dem Blauen Engel zertifiziert sind und wir zum vierten Mal in Folge das begehrte EcoVadis-Platinum-Abzeichen gewonnen haben, ist Beweis, dass wir mit unserer Nachhaltigkeitsstrategie auf dem richtigen Weg sind.“

Die Akquisition von Lexmark durch Xerox markiert einen wichtigen Meilenstein, auch hinsichtlich der gemeinsamen Nachhaltigkeitsausrichtung. Lexmarks Rolle bei der bewussten Produktentwicklung, Kreislaufwirtschaftsmodellen und CO₂-Neutralitätszielen ergänzt die entsprechende Vision von Xerox. Zusammen will das neu kombinierte Unternehmen seine Kapazitäten erweitern, den CO₂-Fußabdruck senkende Lösungen über den gesamten Druck-Lebenszyklus hinweg zu implementieren.

Die Strategie stützt sich dabei auf drei Pfeiler: nachhaltiges Design, effiziente Nutzung und verantwortungsvolle Wiederaufbereitung. Besonders betont Lang dabei die Materialwahl: „Dank eines robusten Stahlrahmens und unseres ‚Intentional-Engineering‘-Ansatzes sind unsere Geräte auf Langlebigkeit ausgelegt.“ Während die durchschnittliche Lebensdauer von Druckern in der Branche bei rund fünf Jahren liege, plane Lexmark standardmäßig mit sieben Jahren und mehr.

Das „Intentional Engineering“ umfasst unter anderem Belastungstests, die im Labor stattfinden. In der intern auch „Folterkammer“ genannten Einrichtung, beschreibt Lang, würden die Systeme bereits bei der Entwicklung extremen Bedingungen ausgesetzt, um später auch in Umgebungen wie Kühlhäusern oder in der Nähe von Hochöfen zuverlässig zu funktionieren. „Im Umkehrschluss bedeutet das für unsere Kunden, dass sich die Investition in einen Lexmark-Drucker wirklich lohnt und amortisiert“, argumentiert er. „Im Idealfall ist er mehr als ein Jahrzehnt ihr treuer Begleiter, der wenig Wartung und Reparatur benötigt. Er tut, was ein Drucker tun sollte: Geräuschlos im Hintergrund die Arbeit erledigen. Und wenn er auch noch mit möglichst wenig CO₂-Fußabdruck daherkommt – umso besser.“

 

Wiederaufbereitung als wichtiges Standbein

Kartons des Sammelprogramms „LCCP“ in Lexmarks „Circularity Hub“ im polnischen Żary


„Recycling reicht uns nicht“, sagt der Deutschland-Geschäftsführer. „Warum sollten wir unsere Tonerkassetten schreddern oder unsere Geräte auseinandernehmen und einstampfen lassen, wenn sie noch intakt sind, nur kleine Reparaturen oder Instandsetzungen benötigen oder sich einfach wieder befüllen lassen?“. Stattdessen setze man auf ein Kreislaufsystem, in dem das klassische Recycling erst am Ende stehe. So werden nicht nur Reststoffe verwertet, sondern auch bestehende Komponenten erneut genutzt.

Ein sichtbarer Teil dieser Strategie sind die Sammelprogramme für gebrauchte Geräte (LECP) und leere Kartuschen (LCCP). Die LCCP-Kartons sind in vielen Unternehmen im Einsatz – häufig als unscheinbare Pappboxen im Büroflur, die aber einen substanziellen Beitrag leisten: Darin eingesammelte Materialien gehen ins polnische Żary, wo Lexmark ein Circularity Hub betreibt.

Dort werden sowohl neue als auch wiederaufbereitete Kartuschen gefertigt. Lang: „Die Nähe zu den Kunden reduziert Transportwege und CO2-Emissionen und schafft gleichzeitig qualifizierte Arbeitsplätze in der EU.“ Seinen Angaben zufolge lassen sich die Lexmark Toner-Kassetten bis zu zehnmal wiederaufbereiten, während der Branchenschnitt bei zwei- bis dreimal liege. Mit dem Sammelprogramm erreiche man inzwischen in Deutschland und den USA Rücklaufquoten von 50 Prozent, weltweit 36 Prozent. Damit liege Lexmark deutlich über den Durchschnittswerten von 18 bis 25 Prozent, die der Deutschland-Chef für diesen Wirtschaftszweig nennt: „Damit ist das Lexmark- Druckkassetten-Sammelprogramm eines der erfolgreichsten in der Branche.“

Auch beim Materialeinsatz hebt Michael Lang die Fortschritte des Unternehmens hervor: „Der Post-Consumer-Recycled-(,PCR‘)-Plastikanteil in unserer Hardware liegt bei durchschnittlich 45 Prozent und in unseren Tonerkassetten bei 44 Prozent (nach Gewicht). Zum Vergleich: Der Drucker-Branchendurchschnitt liegt laut EPEAT-Berechnungen bei knapp unter zehn Prozent.“

Ausgewählter Partner bei EU-Projekten

Um das Thema Kreislaufwirtschaft zu stärken, beteiligt sich Lexmark darüber hinaus auch an diversen Forschungsprojekten: „Wir sind exklusiver Druckerpartner von drei EU-Projekten, die sich der Kreislaufwirtschaft widmen“, erklärt der Lexmark-Geschäftsführer. Dazu zählt das bereits abgeschlossene „C-SERVEES“-Projekt, das mit Blockchain-Technologie neue zirkuläre Modelle entwickelt hat, ebenso wie die aktuellen Initiativen „CE-RISE“ und „DiCiM“.

Letzteres setzt auf integrierte digitale Lösungen, um Geschäftsmodelle der Kreislaufwirtschaft schneller voranzubringen – etwa durch die Rückverfolgbarkeit von Komponenten und Materialien oder die Überwachung von Verbrauch und Verschleiß mithilfe IoT-gestützter Drucker und KI. „CE-RISE“ wiederum treibt die Entwicklung des Digitalen Produktpasses voran, „einem strukturierten Datensatz, der Informationen über ein Produkt über dessen gesamten Lebenszyklus hinweg bündelt“, erläutert Lang.

Lexmark gehöre bei diesen Projekten zu dem einen Prozent der ausgewählten Partner – insbesondere dank seiner Erfahrung in Wiederaufbereitung und Know-how in IoT, KI und Big Data. „Zum einen bauen diese EU-Projekte auf Lexmarks Erfahrungsschatz auf. Zum anderen gewinnen wir dadurch wichtige Erkenntnisse, die wir in unsere eigenen Nachhaltigkeitsinitiativen einfließen lassen können – eine Win-Win-Situation.“

www.lexmark.de

Auf Langlebigkeit ausgelegt: Robuster Stahlrahmen eines Lexmark-MFPs


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