Bereits im vergangenen Jahr hatten die Umsätze der ITK-Branche um 3,9 Prozent auf rund 235 Milliarden Euro zugelegt. Parallel wächst auch die Beschäftigung weiter: Die Zahl der Erwerbstätigen im ITK-Sektor soll 2026 um rund 11.000 auf 1,36 Millionen steigen. Damit baut die Digitalbranche ihre Position als größter industrieller Arbeitgeber vor Maschinenbau, Elektro- und Automobilindustrie weiter aus.
„In Zeiten anhaltender Konjunkturschwäche, hoher Kosten und geopolitischer Spannungen zeigt sich die Digitalwirtschaft widerstandsfähig“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. Das Wachstumspotenzial sei jedoch deutlich höher – vorausgesetzt, die politischen Rahmenbedingungen verbesserten sich spürbar. 2026 müsse zum Jahr des digitalen Durchbruchs werden, etwa durch weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungen und eine konsequent digitale Verwaltung.
Getragen wird das Wachstum vor allem von der Informationstechnik. Bitkom rechnet für 2026 mit einem IT-Umsatz von 170 Milliarden Euro (+5,8 Prozent). Besonders dynamisch entwickelt sich erneut das Software-Geschäft, das um 10,2 Prozent auf 58,3 Milliarden Euro wächst. Einen Großteil davon macht Software für den Betrieb öffentlicher Clouds aus, deren Umsatz auf 38,3 Milliarden Euro steigt (+16,4 Prozent).
Auch Künstliche Intelligenz gewinnt weiter an Bedeutung. Die Umsätze mit KI-Plattformen sollen 2026 um 61 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro zulegen – bei weiterhin vergleichsweise geringem Gesamtvolumen. IT-Dienstleistungen wachsen moderat um 3,5 Prozent auf 54,3 Milliarden Euro, wobei cloudbasierte Services inzwischen rund zwei Drittel des Umsatzes ausmachen.
Der Markt für IT-Hardware wächst 2026 um 3,9 Prozent auf 57,4 Milliarden Euro. Wachstumstreiber bleiben Investitionen in digitale Infrastrukturen, insbesondere Infrastructure-as-a-Service (also gemietete Server-, Netzwerk- und Speicherkapazitäten), das um 21 Prozent zulegt. Zuwächse verzeichnen zudem Workstations, mobile PCs und Server. Rückläufig bleiben dagegen Consumer Electronics und Tablets. „Gefragt sind leistungsfähige Infrastrukturen – nicht einzelne Endgeräte“, so Wintergerst.
Der Telekommunikationsmarkt wächst 2026 um 1,2 Prozent auf 75,1 Milliarden Euro. Während die Umsätze mit Endgeräten leicht sinken, steigen die Investitionen in TK-Infrastrukturen um 4,6 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro. Nahezu flächendeckendes 5G und der fortschreitende Glasfaserausbau bilden dabei das Rückgrat der digitalen Wirtschaft.
Trotz positiver Marktentwicklung bleibt die Geschäftslage vieler Unternehmen angespannt. Der Bitkom-ifo-Digitalindex lag Ende 2025 bei minus 4,0 Punkten und damit unter der Nulllinie. Gleichzeitig schneidet die Digitalbranche deutlich besser ab als die Gesamtwirtschaft: Der ifo Geschäftsklimaindex für Deutschland lag zuletzt bei minus 8,5 Punkten.
Weltweit soll der ITK-Markt 2026 laut Bitkom um 6,4 Prozent auf 5,7 Billionen Euro wachsen. Die USA bauen ihre Führungsposition mit einem Marktanteil von 41 Prozent weiter aus. Deutschland erreicht einen Weltmarktanteil von 3,9 Prozent und liegt mit seinem Wachstum unter dem globalen Durchschnitt.
Aus Bitkom-Sicht ist klar: Digitale Wettbewerbsfähigkeit entscheidet über die wirtschaftliche Zukunft. Neben dem weiteren Ausbau von Cloud- und KI-Infrastrukturen nennt der Verband die Einführung der EUDI-Wallet sowie eine investitionsfreundliche Rechenzentrumsstrategie als zentrale Hebel. „Digitale Wettbewerbsfähigkeit und digitale Souveränität entscheiden darüber, ob Deutschland auch künftig wirtschaftlich erfolgreich und politisch handlungsfähig ist“, so Wintergerst.
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