„Künstliche Intelligenz hat den Durchbruch in der deutschen Wirtschaft geschafft“, formuliert es Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Die Unternehmen haben nicht nur die Möglichkeiten von KI erkannt, sie setzen KI ein und investieren. Das ist eine gute Nachricht für die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.“
Inzwischen sind sich 81 Prozent sicher, dass KI die wichtigste Zukunftstechnologie ist (2024: 73 Prozent). Nur noch 17 Prozent halten sie für einen vorübergehenden Hype (2024: 26 Prozent). Erstmals glaubt eine knappe Mehrheit von 51 Prozent, dass Unternehmen ohne KI keine Zukunft haben (2024: 48 Prozent). Umgekehrt sind nur noch 31 Prozent der Meinung, dass KI zwar spektakulär aussieht, im Unternehmen aber keinen konkreten Nutzen bringt. Vor einem Jahr lag dieser Anteil mit 46 Prozent noch deutlich höher.
Mit Blick auf das eigene Unternehmen sehen 83 Prozent KI als Chance. Vor einem Jahr waren es erst 78 Prozent und 2023 sogar nur 68 Prozent. Lediglich 14 Prozent sehen KI eher als Risiko und nur noch ein Prozent glaubt, dass KI keine Auswirkungen auf das eigene Unternehmen hat. Rund ein Viertel (24 Prozent) geht davon aus, dass KI das eigene Geschäftsmodell verändern wird. Fast ebenso viele (23 Prozent) sorgen sich, dass KI die Existenz des Unternehmens gefährdet.
Im laufenden Jahr wollen 8 Prozent der Unternehmen, die KI nutzen, den Einsatz planen oder diskutieren, deutlich mehr in KI investieren als noch 2024. Weitere 21 Prozent planen eher höhere Investitionen. Demgegenüber wollen nur 5 Prozent die Investitionen eher reduzieren, kein Unternehmen will sie deutlich zurückfahren. Vier Prozent haben noch nie investiert und haben keine entsprechenden Pläne, sie nutzen also offensichtlich lediglich kostenlose Angebote. Die große Mehrheit von 60 Prozent hält die Investitionen auf dem Niveau des Vorjahres stabil.
In den Unternehmen wird KI überwiegend im Kundenkontakt (88 Prozent) sowie in Marketing und Kommunikation (57 Prozent) eingesetzt. Mit deutlichem Abstand folgen dahinter die Bereiche Forschung und Entwicklung (21 Prozent), Produktionsabläufe (20 Prozent), Controlling und Rechnungswesen (17 Prozent), Personalabteilung (14 Prozent) sowie internes Wissensmanagement (elf Prozent). Kaum im Einsatz ist KI dagegen im Management, in der Rechts- bzw. Steuerabteilung und im Vertrieb (je fünf Prozent) sowie in der IT-Abteilung (zwei Prozent). Rund jedes achte Unternehmen (12 Prozent), das KI einsetzt, implementiert sie in die eigenen Produkte und Dienstleistungen.
Welche Auswirkungen KI auf den Arbeitsmarkt haben wird, ist bisher noch schwer abzuschätzen. Die Mehrheit (67 Prozent) der deutschen Unternehmen erwartet keine Auswirkungen auf die Beschäftigtenzahl. Ein Viertel rechnet mit einem Rückgang von sieben Prozent und ein weiteres Viertel mit einem Anstieg von acht Prozent. Bei den Unternehmen, die KI einsetzen, erwarten 28 Prozent einen Rückgang von sieben Prozent und neun Prouzent einen Anstieg von neun Prozent. Dem stehen 57 Prozent gegenüber, die davon ausgehen, dass KI keine Auswirkungen haben wird. Ein Drittel glaubt, dass KI den Fachkräftemangel lindern wird. Gerade einmal fünf Prozent stellen gezielt Fachkräfte mit KI-Kenntnissen ein, 27 Prozent haben dies geplant, 24 Prozent diskutieren darüber und nur acht Prozent bieten KI-Schulungen an. Weitere 43 Prozent machen kein Thema daraus.
Die größten Hemmnisse beim Einsatz von KI in der deutschen Wirtschaft sind laut einer Umfrage die Verunsicherung durch rechtliche Hürden und Unklarheiten (53 Prozent), fehlendes technisches Know-how (ebenfalls 53 Prozent) sowie fehlende personelle Ressourcen (51 Prozent). Hohe Anforderungen an den Datenschutz (48 Prozent), Angst vor Datendiebstahl (39 Prozent), mangelnde Nachvollziehbarkeit/Qualität der Ergebnisse (38/36 Prozent), Finanzprobleme (36 Prozent) und rechtliche Einschränkungen (35 Prozent) sind die Hauptsorgen. Für 31 Prozent ist die fehlende Akzeptanz der Beschäftigten eines der größten Hemmnisse. 24 Prozent haben nicht genügend Daten für die KI-Nutzung, 23 Prozent sehen keine Anwendungsfälle und 17 Prozent haben ethische Bedenken.
Die aktuelle KI-Regulierung wird von den Unternehmen kritisch gesehen. 56 Prozent meinen, der europäische AI Act schaffe mehr Nachteile als Vorteile. 23 Prozent erwarten, dass sie als Anwender betroffen sind, ein Prozent als Anbieter. 32 Prozent sehen sich nicht betroffen, 30 Prozent prüfen das und elf Prozent haben sich noch nicht damit beschäftigt. Unternehmen, die unter die EU-Regulierung fallen, rechnen mit hohem Aufwand: 49 Prozent mit sehr hohem, 44 Prozent mit eher hohem Aufwand. Ein Drittel der betroffenen Unternehmen (37 Prozent) geht davon aus, ein Hochrisiko-KI-System zu betreiben, bei 29 Prozent sind es zwei. Nur vier Prozent gehen von drei oder mehr Hochrisiko-Systemen aus, zwei Prozent haben kein Hochrisiko-System. 29 Prozent können oder wollen dazu noch keine Aussage treffen.
Die Unternehmen wünschen sich von der Politik insbesondere eine Förderung deutscher KI-Anbieter (51 Prozent), eine Reformierung des AI Acts (46 Prozent) sowie einen besseren Zugang zu Daten (45 Prozent). Rund ein Drittel der Unternehmen plant, den Schwerpunkt auf die Förderung der KI-Forschung (36 Prozent), Investitionen in KI-Recheninfrastruktur (34 Prozent) sowie die Förderung des KI-Einsatzes in Verwaltung und Behörden (31 Prozent) zu legen. 28 Prozent der Befragten sprechen sich für die Förderung des KI-Einsatzes in der Wirtschaft aus, 17 Prozent für die Förderung von KI-Start-ups und 6 Prozent für die Förderung von KI-Talenten. Nur 8 Prozent der Befragten vertreten die Ansicht, dass die Regierung keine Priorität auf KI legen sollte. Mehr als jedes dritte Unternehmen (37 Prozent) präferiert sogar eine 10-jährige Ausnahmeregelung für die Regulierung von KI, ein Ansatz, der in den USA diskutiert wurde.
The post Bitkom: KI etabliert sich in der Wirtschaft appeared first on wll.news – der hub für working, learning & living.
Handeln für Händler – Gemeinsam mehr erreichen