De Navigator Company ist der größte forstwirtschaftliche Betrieb in Portugal. Sämtliche Flächen sind hier FSC- und /oder PEFC zertifiziert. 80 Prozent des von Navigator zu Papier verarbeitetem Holz stammt von der iberischen Halbinsel, die rechtlichen 20 Prozent werden aus Südamerika importiert.
Wenn Ende des Jahres für mittlere und große sowie Mitte 2026 auch für kleinere Unternehmen die EU-Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten in Kraft tritt (EUDR), hat das viele Auswirkungen, insbesondere auf die Produzenten und Händler von holzbasierten Produkten wie Papier. Einen Ausblick auf die Entwicklungen gab die Nachhaltigkeitskonferenz von Navigator. Für die Experten ist klar, dass die EU künftig mehr intern hergestellte Produkte verbrauchen werde, da die Lieferketten entsprechend dokumentiert sind.
Die erhöhte Nachfrage und die Anforderungen werden für einen Preisanstieg sorgen, sowohl bei den Rohstoffen als auch bei den Endprodukten. Die Unternehmen in der EU, die mit den betroffenen Produkten arbeiten, wie Holz und Holzerzeugnisse, aber auch Kaffee, Kakao, Palmöl, Soja und Rindfleisch müssen ihre Systeme zeitnah apassen, um die neuen Anforderungen zu erfüllen, sowohl in verfahrenstechnischer als auch in technologischer Hinsicht. Navigator hat sich in dieser Hinsicht bereits sehr gut aufgestellt und ist startklar, sodass die Kunden schon jetzt im Testlauf alle erforderlichen Prozesse durchspielen und mit der Einführung der EUDR problemlos mit Navigator als Lieferanten arbeiten können.
Die Erhaltung der biologischen Vielfalt ist eines der forstwirtschaftlichen Managementziele von Navigator. Die Fläche, die allein in Portugal für Navigator bewirtschaftet wird, beträgt 108.654 Hektar. Als eine der Hauptverpflichtungen des Unternehmens – neben der Aufzucht und Forschung– sieht Paula Guimaraes, Sustainability Director bei Navigator, es, den Wald so instand zu halten, dass die Bäume produktiv wachsen können und nicht Opfer der zunehmenden Brände werden. Insbesondere die vielen Kleinbauern, die in ganz Portugal und Spanien für Navigator Holz produzieren, müssen entsprechend geschult werden.
Dieser Wissenstransfer sei essenziell für eine nachhaltige Waldwirtschaft. Biodiversität in den Waldgebieten zuzulassen sei ein bedeutender Schritt in die richtige Richtung, so Guimaraes. Für diese Programme hat Navigator im letzten Jahr 8,88 Millionen Euro in Brandprävention investiert, weitere 7,73 Millionen Euro in Aufforstung durch die Züchtung von Bäumen.
Nur ein kleiner Teil der für die Papierherstellung benötigten Bäume wächst im Gebiet rund um das „Herdade de Espirra“. Aber hier befindet sich das Herzstück des Unternehmens, die „Nursery“ (Baumschule). Pro Jahr werden hier zwölf Millionen Stecklinge, überwiegend der für die Papierproduktion so wichtige Eukalyptus globulus, gezüchtet. Diese schnell wachsende Baumart kann nach ungefähr zwölf Jahren für die Zellstoffproduktion geerntet werden. Dann haben die Bäume eine Höhe zwischen 25 und 30 Metern erreicht. Nach dem Ernten wachsen aus den Stümpfen noch bis zu dreimal neue Bäume, also eine sehr nachhaltige Form der Holzgewinnung. Erst dann wird die Wurzel entfernt, um Platz für neue Pflanzungen zu schaffen. Umgerechnet werden aus einem dieser Bäume übrigens rund zwanzig Riese Büropapier, also rund 10.000 Blatt.
Auf einer Fläche von insgesamt 20 Hektar stehen in Espirra unterschiedliche Gewächshäuser für die verschiedenen Stadien der Setzlinge. Haben sie diese nach vier Monaten durchlaufen, ist es Zeit für den Umzug ins Freiland. Ein besonderer Fokus liegt auf der Zucht und Auslese der Mutterpflanzen. Die resistentesten werden geklont und vermehrt. Immer wieder gibt es hier Zuchterfolge, die Pflanzen passen sich etwa den herrschenden klimatischen Bedingungen besser an, wachsen schneller oder sind weniger anfällig für Krankheiten. Die Setzlinge werden weltweit verkauft. Bei Navigator ist man besonders stolz darauf, die nachhaltigen Pflanzen nicht nur für den eigenen Bedarf zu züchten.
Das Navigator-Nachhaltigkeitsevent hat den Teilnehmenden tiefe Einblicke gewährt, Raum für Fragen gelassen, Sorgen aus dem Weg geräumt, und Networking leichtgemacht. Achim Grützmacher, Office- und Nachhaltigkeitsmanager bei der IGEPA Group, einem Großhändler und langjährigen Navigator-Partner, war beeindruckt von dem Aufwand und der Professionalität, die Navigator sowohl inhaltlich als auch kommunikativ zum Thema Nachhaltigkeit auszeichnen. „Sie sind dort sehr proaktiv unterwegs,“ so Grützmacher. Tina Kempf, Head of Sustainability, beim B2BHändler Lyreco, Schweiz, zeigt sich beeindruckt davon, wie klar die Zusammenhänge zwischen Nachhaltigkeit, Lieferkette und unternehmerischer Verantwortung durch Navigator aufgezeigt wurden – vor allem, wie sehr regulatorische Anforderungen wie EUDR den Papierhersteller dazu bewegen, über reine Compliance hinauszudenken.
Auch die Tiefe der Einblicke in die Baumschule fand sie inspirierend. Offen geblieben ist für Kempf die Antwort auf die Frage, wie Unternehmen konkret mit komplexen globalen Lieferketten umgehen können – etwa bei der Überprüfung und Sicherstellung der Rohstoffherkunft über alle Stufen. Auch die praktische Umsetzung der EUDR werfe Fragen in Bezug auf die Datenverfügbarkeit, den Ressourcenbedarf und das Weiterreichen an Endabnehmer auf.
Spätestens Ende des Jahres muss sie die Antworten auf diese Fragen kennen.
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