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Homeoffice sorgt für Umsatzverschiebung im PBS-Handel

Im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz zog der Handelsverband Büro und Schreibkultur (HBS) für das Jahr 2021 eine gemischte Bilanz. Der Gesamtnettoumsatz der PBS-Branche liegt nach Zahlen des IFH Köln mit 9,5 Mrd. Euro im Jahr 2021 um etwa 2,5 Prozent unter dem Vorjahresumsatz. Zu den Gewinnern gehörten dabei mit + 12,2 Prozent die Bereiche Schreibgeräte und Büroarbeitsplatzzubehör, während Verbrauchsmaterial und EDV-Zubehör mit – 12,5 Prozent deutlich weniger nachgefragt wurde.
“2021 war für uns alle kein leichtes Jahr und es wird auch nicht leichter weitergehen”, betonte HBS-Präsident Michael Ruhnau. Insbesondere das Streckengeschäft ist durch die Corona-Pandemie zurückgegangen. Die meisten Unternehmen schickten ihre Mitarbeiter in 2020 und 2021 ins Homeoffice, in den Betrieben wurde weniger gedruckt, was sich auf den Absatz von Bürosystemen und Verbrauchsmaterialien ausgewirkt hat. Im Papierbereich sind die Umsätze 2021 durch die Bank weg rückläufig gewesen. Das gilt für Bürokommunikations-, Spezial-, und graphische Papiere sowie Briefumschläge und Papierausstattung. Gleichzeitig musste für zuhause eine professionelle Arbeitsausstattung angeschafft werden. Zusätzliche Sortimente konnten stagnierende oder rückläufige Umsätze im Bürobedarf kompensieren, etwa der Bereich Reinigung und Hygiene. Dem Thema Air Treatment, also Lufthygiene in Innenräumen, kommt ein ganz neuer Stellenwert zu. Allein in Deutschland wurden 2020 rund eine Million Geräte zur Luftaufbereitung verkauft und ein Umsatz von rund 166 Mio. Euro erzielt. Das entsprach einem Plus von mehr als 150 Prozent. Auch die Umsatzentwicklung bei Büromöbeln konnte gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent gesteigert werden. Büromöbel, die sich in den vorhandenen Wohnraum integrieren lassen und flexibel einsetzbar sind, waren stark gefragt.
Im privaten Bereich hat Corona weitere Trends wie Cocooning und Homing hervorgebracht. Das spiegelt sich auch in den Warengruppen der PBS-Branche wider: Der Umsatz im Bereich Mal- und Zeichenbedarf ist 2021 um 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Auch Schreibgeräte waren mit einem Zuwachs von rund 11 Prozent wesentlich stärker nachgefragt. Der Umsatz mit Glückwunsch- und Ansichtskarten konnte 2021 ebenfalls um rund 8 Prozent zulegen.
Probleme gab und gibt es in den Lieferketten. Beispielsweise blieb die Lieferfähigkeit bei Druckern bis Ende 2021 hinter der Nachfrage zurück. Aufgrund der aktuell steigenden Kosten bei Herstellern und Transport werden die Hersteller die Preise spürbar anheben. Preiserhöhungen gibt es z. B. bei den Original-Druckerpatronen, weil viele Patronen kaum lieferbar sind. Aber auch in anderen Bereichen wie Papier, Kunststoff und Edelstahl ist mit weiter steigenden Preisen zu rechnen. “Eine wichtige Herausforderung im Handel wird es sein, dies dem Kunden zu kommunizieren”, betonte Ruhnau.

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