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Amazon darf Händler-Guthaben nicht einfach einbehalten

Das Landgericht München I hat in einem Urteil (Az: 31 O 17559/19) die Rechte von Amazon-Händlern gegenüber dem Marktplatz-Anbieter gestärkt. Amazon darf demnach Guthaben eines gesperrten Händler-Kontos nicht einfach einbehalten. Zum Hintergrund des Rechtsstreits: Ein Händler hatte seit Jahren über mehrere europäische Amazon-Marktplätze Software von Microsoft verkauft. Wegen des Vorwurfs gefälschter Produkte wurde der Händler mehrfach gesperrt, im Jahr 2019 der Account endgültig dichtgemacht, das bestehende Guthaben behielt Amazon ein. Daraufhin klagte der Online-Händler gegen Amazon auf Auszahlung des Geldes. Das Landgericht urteilte nun, dass Amazon die aufgelaufenen Verkaufserlöse des Händlers nicht zurückhalten darf und auszahlen muss. “Unter keinen Umständen war eine Fallkonstellation denkbar, in der Amazon für den Verkauf der Waren in Anspruch genommen werden kann. Deshalb gab es auch keinen Anlass, die aufgelaufenen Kundengelder zurückzuhalten”, argumentierte der Rechtsanwalt des klagenden Händlers. “Nach vorsichtigen Schätzungen summieren sich die von Amazon unberechtigt zurückgehaltenen Kundengelder allein in Deutschland auf einen zweistelligen Millionenbetrag”, erklärte der Jurist und sieht in dem Fall zukunftsweisendes Potenzial.

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